Windkraftfundamente mit erhöhten Festigkeitsanforderungen am Beispiel des Windparks Klettwitz

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Im Windpark Klettwitz in der Lausitz wurden 2014 in einem ersten Abschnitt 19 der insgesamt 38 Windkraftanlagen im Zuge einer Repowering-Maßnahme durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt. Der Energieertrag des Windparks konnte dadurch verdoppelt werden. Zur Sicherstellung der Tragfähigkeit des Untergrunds für die jeweils 3.000 t schweren Anlagen wurde dieser durch das Tiefenrüttelstopfverfahren verdichtet. Außerdem wurde jedes Fundament mit jeweils 26 Bohrpfählen verankert. Für die Herstellung der Fundamente der neuen Windkraftanlagen kamen jeweils 850 m³ Beton der Festigkeitsklassen C35/45 bzw. C50/60 im Bereich der Köpfe zum Einsatz. Die hierbei verwendeten Zemente wurden unter Verwendung eines Spezialklinkers in Verbindung mit hochwertigem Hüttensand hergestellt. Sie erfüllen die Anforderungen an einen CEM III/A 42,5 N-LH/NA nach DIN EN 197-1 und DIN 1164-10. Die Innovation dieser Spezialbindemittel liegt in der leistungsfähigen Kombination seiner Eigenschaften: Trotz niedriger Hydratationswärmeentwicklung (LH) und niedrigem wirksamen Alkaligehalt (NA) werden gute Frühfestigkeiten und vor allem hohe Endfestigkeiten in der Praxis erreicht. Somit ist dieser Zement für massige Windkraftfundamente besonders geeignet. Bei der Ausführung im Windpark Klettwitz zeigte sich in allen Jahreszeiten die hervorragende Praxistauglichkeit des neu entwickelten hüttensandhaltigen Zements, der mittlerweile ebenfalls erfolgreich in Wasserbauwerken oder Biogasanlagen zum Einsatz kam.

Autoren:
Dr. Carsten Geisenhanslüke, Leiter Anwendungsberatung, OPTERRA GmbH, Straße der Einheit 45a, 06638 Karsdorf, carsten.geisenhanslueke@opterra-crh.com
André Hahn, Technical Sales Consultant/Anwendungsberatung, OPTERRA GmbH, Straße der Einheit 45a, 06638 Karsdorf, andre.hahn@opterra-crh.com
Dr.-Ing. Andreas Hannuschke, WPK-Prüfstellenleiter, KANN Beton Lausitz GmbH & Co. KG, Woschkower Weg 33, 01983 Großräschen, Andreas.Hannuschke@Kann.de

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