Verwendung von Hüttenzement für den Emmerauen-Tunnel in Lügde

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Von Roman Bludau, Köln

Das derzeitig größte Straßenbauprojekt in Nordrhein-Westfalen ist die Umlegung der L 614 und die damit verbundene Verlagerung des Durchgangsverkehrs, der durch den historischen Kernbereich der Stadt Lügde verläuft und dort die Lebensqualität der Anwohner stark beeinträchtigt. Die Länge der gesamten Umgehungsstraße beträgt ca. 2 km, wovon ca. 800 m auf den Tunnel einschließlich der Trogbereiche entfallen. Es handelt sich um einen zweispurigen Tunnel mit einem Regel-Querschnitt von 7,5 m, der in offener Bauweise erstellt wird. Für das Tunnelbauwerk und die Tröge wurden einschließlich der Bohrpfähle und der Unterwasserbetonsohle ca. 60.000 m3 Beton und ca. 8.000 t Betonstahl verbaut. Wasser war während der Bauarbeiten ein großes Problem, da die Baugrube unmittelbar an den Fluss Emmer angrenzt und nach Fertigstellung den Tunnelbereich sogar überfließt. Für alle Bauteile wurde Hochofenzement verwendet, mit dem die geforderten Eigenschaften sicher erreicht wurden. Hauptaugenmerk wurde aufgrund der Massigkeit vieler Bauteile auf die Entwicklung der Hydratationswärme gelegt, da die Rissbildungen minimiert werden und die Dichtigkeit des Tunnelbereichs aufgrund der Wassersituation unbedingt gewährleistet sein muss. Mit der Wahl des Hochofenzements und den entsprechenden Betonzusammensetzungen wurden die Anforderungen an eine niedrige Hydratationswärmeentwicklung, gute Verarbeitbarkeit und Pumpfähigkeit sicher erreicht. Weiterhin zeigt der eingebaute Beton im Bereich der Wände und Deckenuntersichten ein gutes optisches Erscheinungsbild, das durch helle Oberflächen geprägt ist und die Durchfahrt durch den Tunnel für das Auge angenehm macht. Der Baubeginn der Maßnahme war im September 2005. Die Verkehrsfreigabe ist für Herbst 2009 geplant.

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