Stahlfaserbeton beim Bau von DESY PETRA III

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Auf dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (DESY) in Hamburg-Bahrenfeld entsteht mit PETRA III die weltweit leistungsstärkste Speicherring-Röntgenstrahlungsquelle der Welt. Dafür wurde eine Experimentierhalle mit einer 1,0 m dicken, monolithisch hergestellten Bodenplatte errichtet, die für absolut exakte Versuchsergebnisse erschütterungsfrei sein muss. Die untere, 50 cm dicke Schicht besteht aus konstruktivem Stahlbeton C30/37. Die obere, frisch-in-frisch eingebaute Schicht bildet ein Stahlfaserbeton mit einem ungewöhnlich hohen Fasergehalt von 75 kg/m³. Die Abmessungen der Bodenplatte betragen 280 m x 24 m.
Zur Erzielung der vereinbarten Konsistenzklasse F4 und insbesondere der Pumpfähigkeit des Stahlfaserbetons orientierte man sich beim Mischungsentwurf an der Zusammensetzung von selbstverdichtenden Betonen mit einem hohen Mörtelvolumen und hohem Mehlkorngehalt. Zur Minimierung der Hydratationswärmeentwicklung kam Hochofenzement CEM III/A 42,5 N-NA in Kombination mit Steinkohlenflugasche zum Einsatz. Das Größtkorn wurde auf 16 mm begrenzt. Die Zugabe eines Hochleistungsfließmittels auf Basis von Polycarboxylatether sorgte für die erforderlichen Verarbeitungseigenschaften.
Insgesamt wurden in die Bodenplatte 3.500 m³ Normalbeton und 3.100 m³ Stahlfaserbeton eingebaut. Aufgrund der umfassenden technologischen, technischen und logistischen Vorbereitung konnte die Betonage ohne Unterbrechungen nach ca. 60 Stunden erfolgreich und zur vollen Zufriedenheit aller an der Bauausführung Beteiligten abgeschlossen werden.

Autorin: Dr.-Ing. Iris Marquardt, Holcim Beton und Zuschlagstoffe GmbH, Abt. Betontechnik, Hannoversche Str. 28, 31319 Sehnde, Iris.Marquardt@holcim.com

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