Sancho & Pancho: Zwei Betonkanus in Grün

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Mit drei Mannschaften und zwei grün eingefärbten Betonkanus nahm die Bauhaus- Universität Weimar an der Betonkanu-Regatta 2005 in Heidelberg teil. Bei der Fertigung dieser Kanus konnte im Vorfeld ein achtköpfiges Studententeam seine Fähigkeiten im Umgang mit Beton unter Beweis stellen: Durch die Anforderungen an die Boote ergaben sich besondere Ansprüche an die Materialeigenschaften. Um den Baustoff Beton so modifizieren zu können, dass dieser allen Anforderungen an den Frischbeton (gute Verarbeitbarkeit und Formbarkeit) und den Festbeton (Leichtigkeit, Wasserundurchlässigkeit, Festigkeit und Elastizität) genügte, wurde ein Hochofenzement CEM III/A 42,5 N verwendet, der neben der erforderlichen hohen Frühfestigkeit bei gleichzeitig moderater Festigkeitsentwicklung auch gute rheologische Eigenschaften aufweist. Als Gesteinskörnung sollten Rheinsand und Blähglas verwendet werden, weiterhin wurden Gesteinsmehl, Mikrosilica, Farbpigmente sowie ein Fließmittel und ein Verzögerer eingesetzt. Die Bewehrung erfolgte durch die Zugabe von Glasfasern in den Beton und den Einsatz von Glasfasermatten innerhalb der beiden aufgetragenen Betonschichten. Mit Hilfe einiger Versuche (z.B. auch Plattenbruchtest) wurden die Mischungszusammensetzung optimiert sowie Vorgaben für die Zugabereihenfolge und die Mischdauer aufgestellt. Beim Einbringen des Betons mit dem Spachtelverfahren spielten die handwerklichen Fähigkeiten und Arbeitstechniken der Bootsbauer eine große Rolle, denn neben der minimalen und konstanten Schichtdicke der Bootswand sowie der kompletten Umhüllung der Bewehrung mit Mörtel waren auch das lunkerfreie Verdichten und die filigrane Ausbildung der Randelemente sehr wichtig. Zur Vermeidung von Schwindrissen wurden die Betonboote sorgfältig und ausreichend lange nachbehandelt.

Fuchs, Carolyn / Stein, Sebastian / Häselbarth, Gerd Beton-Informationen 1-2007, Seite 3

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