Einfluss der Rohstoffauswahl auf die Eigenschaften von hüttensandhaltigen Zementen

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Hüttensand kann aufgrund seiner latent hydraulischen Eigenschaften zur Herstellung von Norm-Zementen verwendet werden und entsprechend der Zementnorm DIN EN 197-1 zwischen 6 M.-% und 95 M.-% des Portlandzementklinkers substituieren. Er erhält seine für die Reaktionen erforderliche glasige Struktur durch eine Temperaturbehandlung in Form des Granulationsprozesses, d.h. die glutflüssige Schlacke wird direkt nach dem Abstich durch Eindüsen von Wasser quasi schockgefroren. Für die systematische Untersuchung des Einflusses der chemischen Zusammensetzung auf die Reaktivität des Hüttensands wurden im Rahmen eines breit angelegten Forschungsprojekts gezielt Hüttensande produziert, die sich im Chemismus deutlich voneinander unterschieden. Da alle Hüttensande in dem selben Hochofen produziert wurden, konnten erstmals auch andere Einflüsse (Abstichtemperatur, Schlackenführung, Granulationsanlage etc.) auf die Hüttensandreaktivität als die der chemischen Zusammensetzung sowie der damit in Verbindung stehenden physikalischen Eigenschaften weitgehend ausgeschlossen werden. Auf Basis der inzwischen zur Verfügung stehenden Kenntnisse bezüglich der komplexen Zusammenhänge zwischen Hüttensandcharakteristik und Eigenschaften des Hüttensands im Hochofenzement ist es heute möglich, bereits am Hochofen geeignete Eingriffe und Gegenmaßnahmen einzuleiten, um letztlich ein Produkt herzustellen, das sowohl sämtliche betontechnologischen Anforderungen als auch seine ureigene Aufgabe im metallurgischen Prozess des Hochofens erfüllt.

Bruckmann, Joachim Einfluss der Rohstoffauswahl auf die Eigenschaften von hüttensandhaltigen Zementen Beton-Informationen 2-2004, Seite 29

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