Hüttensandhaltige Zemente für besondere Anwendungsbereiche
Betonwarenzement zur Reduzierung weißer und brauner Ausblühungen

« Zurück zur Beton-Information 2004

Als im Jahre 1994 die (damals) neue Zementnorm DIN 1164 (Ausgabe Oktober) ein-geführt wurde, nahm die Zahl der bis dahin genormten Zementarten von fünf auf zwölf zu und nach Einführung der europäischen Zementnorm stieg die Zahl der genormten Zementarten in Deutschland auf 27. Trotz dieser mehr als Verfünffachung werden innerhalb der einzelnen Zementarten "Spezialzemente" entwickelt, die - ebenfalls Normzemente - für bestimmte Einsatzbereiche besonders geeignet sind. Bekannt sind Zemente für den Einsatz im Betonfahrbahndeckenbau (-st) oder für die Herstellung von Betonfertigteilen (-ft).Hüttensandhaltige Zemente CEM II-S und CEM III haben sich aufgrund ihrer hellen Farbe schon seit jeher als besonders günstig für die Herstellung von Sichtbeton erwiesen - mit oder ohne Einfärbung. Aufgrund ihrer größeren Feinheit, der z.T. optimierten Kornverteilungskurven und der von Portlandzement abweichenden chemisch-mineralogischen Zusammensetzung sind derartige hüttensandhaltige Zemente auch zur Herstellung hochfester Betone und für Betone mit sehr geringer Ausblühneigung, z.B. für Platten und Pflastersteine, vorteilhaft einzusetzen. In drei Veröffentlichungen wird der Einsatz derartiger hüttensandhaltiger Sonderzemente für hochfesten Beton, für Pflastersteine, für Sichtbetone und für selbstverdichtenden Beton vorgestellt. Die Verfärbung von Betonwaren stellt ein komplexes Problem dar, das nur gelöst wer den kann, wenn sowohl die fertigungstechnischen als auch die stofflichen Parameter optimal eingestellt werden. Auf der stofflichen Seite kann das Verfärbungspotential von Betonwaren - außer von der Gesteinskörnung und den Betonzusatzstoffen - auch durch Zement beeinflusst werden. Mit der Entwicklung des Betonwarenzements CEM III/A 52,5 N konnte das stoffliche Verfärbungspotential durch den Zement auf ein Minimum reduziert werden. Die positiven Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass beim Einsatz dieses Zements auch schwierige fertigungstechnische und klimatische Randbedingungen zu meistern sind und das Entstehen sowohl von weißen Ausblühungen als auch von braunen Verfärbungen deutlich verringert werden konnte.

Ludwig, Horst-Michael Beton-Informationen 1-2004, Seite 8

Artikel herunterladen
Artikel herunterladen