Beton mit hüttensandhaltigen Zementen im CIF-Test: Stever-Durchlass in Olfen

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Im Rahmen des Ausbaus der Südstrecke des Dortmund-Ems-Kanals wurde im Herbst 2000 der Neubau des Stever-Durchlasses in Olfen begonnen. Der Stever-Durchlass dient dazu, das Flussbett der Stever unter dem Dortmund-Ems-Kanal, der in diesem Abschnitt oberhalb des Geländespiegels verläuft, hindurch zu führen. Im Zuge dieses Neubaus waren umfangreiche Betonarbeiten notwendig (rd. 14.000 m3 Beton). Die-ser Beton musste eine beschränkte Wärmeentwicklung und eine hohe Dauerhaftigkeit, insbesondere einen hohen Frostwiderstand aufweisen. Hierfür wurde ein betontech-nologisches Konzept entworfen, das den Einsatz von Beton mit geringer Porosität mit Hochofenzement CEM III/A 32,5 N vorsah. Bei der Prüfung nach dem CIF-Test zeigte der Beton jedoch hohe innere Schädigungen. Als Ursache für das Versagen wurde der hohe Hüttensandgehalt im Zement angeführt.Daraufhin wurde ein Beton, ebenfalls mit Hochofenzement CEM III/A, jedoch mit Luft-porenbildner vorgeschrieben und mit erheblichem Überwachungsaufwand eingebaut. In Rahmen einer Untersuchung an der Fachhochschule Münster sollte den Ursachen für den hohen Verlust des dynamischen Elastizitätsmoduls von Beton ohne Luftporen im CIF-Test nachgegangen werden. Zur Analyse des Frostwiderstands von Beton mit Hochofenzement ohne Luftporen wurden betontechnologische und prüftechnische Ursachen betrachtet. Dabei zeigte sich, dass der Hüttensandgehalt des Zements keine entscheidende Einfl ussgröße für das Ergebnis im CIF-Test ist. Die Ergebnisse des CIF-Tests sind kritisch zu prüfen, sie lassen nicht ohne weiteres auf den Frostwiderstand des Betons in der Praxis schließen. Eine Reihe von Wasserbauwerken belegt, dass sich unter Verwendung von Zement mit höherem Hüttensandgehalt auch ohne künstlich eingeführte Luftporen ein Massenbe-ton mit hohem Frostwiderstand herstellen lässt. Eine Prüfung des Frostwiderstands für Beton, der entsprechend den Regeln der DIN 1045-2 hergestellt wurde, ist nicht not-wendig und mit unnötigen Mehrkosten verbunden. Eine umfassende Überwachung vor Ort ist wichtiger als die Laborschnellprüfung, denn die wenigen, bislang bekann-ten Frostschäden lassen sich (leider) überwiegend auf Fehler in der Ausführung zurückführen.

Wenning, Magnus Beton-Informationen 5-2003, Seite 79

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